Bericht "Axalp Fliegerschießen" 11.10.2007
Teil 2:
Eine beschauliche Vorführung folgte zugleich, als eine Pilatus Porter einige Fallschirmaufklärer aus einer Höhe von 3.000 Fuss über Grund absetzte. Bei bestem Sonnenwetter schwebten die Soldaten zum Greifen nah an ihren himmelblauen Fallschirmen am Kommandoposten vorbei, um nach kurzem Gleitflug in Axalp Dorf / Chuematt zu landen.
Bevor dann die Kanonen sprachen, zeigte ein weiteres militärisches Fluggerät mit großem Nutzen für die Zivilbevölkerung im In- u. Ausland seine Möglichkeiten der Brandbekämpfung. Aus Westen anfliegend entlud der Super Puma T-325 eine große Löschwassermenge aus einem untergehängten Transportbehälter vor den Augen der Zuschauer. Solche Super Puma mit Löscheinrichtung wurden u.a. im Sommer 2007 bei den verheerenden Waldbränden in Griechenland eingesetzt und konnten dort wertvolle Hilfe leisten.
Als dann der Luftraum wieder frei war, wurde es laut: Gegen 14:15 Uhr erschienen die F-5 Tiger und eröffneten mit der Bordkanone das Feuer auf die orangefarbenen Zielbanner, die an 3 verschiedenen Positionen angebracht waren. Dazu wurde jeweils ein Dreieckskurs geflogen um die drei Ziele anfliegen zu können. Die Maschinen flogen zum Schießen immer in 2er-Gruppen an. Abschließend zeigte die Gruppe der F-5 Tiger als Formation von acht Maschinen einen präzisen Überflug aus Westen kommend über den Kommandoposten.
Als neue Attraktion gab es erstmals in diesem Jahr ein Schießen auf Schleppziele. Für diesen Zweck wurde eine F-5 Tiger der Patrouille Suisse mit einem speziellen Behälter unter dem Rumpf ausgestattet. Aus diesem Pod wird im Zielgebiet ein Schleppsack per Seilwinde herausgelassen, der dann einige Hundert Meter hinter dem ziehenden Flugzeug als Ziel herhalten muss. Die Schwierigkeit bei der ganzen Übung besteht neben dem Treffen des Zieles darin, den Zielanflug zeitlich und räumlich so einzurichten, dass die abgegebene Garbe aus der Bordkanone in einem sicheren Bereich des Geländes einschlagen kann und weder Schleppflugzeug noch Zuschauer gefährdet. Allein dies ist in einem dreidimensionalen Raum, in dem sich ja ein Flugzeug befindet, nicht immer einfach.
Axalp Fliegerschießen Galerie 4
Die folgende Schießvorführung der F-18 Hornets wurde feurig eröffnet: Der erste Jet kam tief über das Gelände und stieß beim Vorbeiflug am Kommandoposten eine Reihe Flares aus, um dann sofort hinter einem Grat in Tal abzutauchen. Anschließend brachten sich die Hornets in Feuerposition um die Erziele zu beschießen. Auch diese Schießübung wurde, wie schon bei den Kollegen mit den F-5, mit hoher Präzision absolviert. Der Schießleiter im Kommandoposten wie auch die Piloten konnten mit den erbrachten Schießleistungen, bzw. der prozentualen Anzahl der Treffer innerhalb des gültigen Zielbereiches zufrieden sein. Ganz ohne Benutzung der Bordkanone konnte der Pilot in der Solo-Hornet das Publikum begeistern. In beeindruckender Weise konnte man sehen und spüren, wie ein erfahrener Pilot einen Kampfjet im Hochgebirge „um die Ecken schmeißt“ und hochpräzise die Maschine durch die vorgegebenen Gelände-formationen manövrierte. Ein Hochgeschwindigkeitsvorbeiflug knapp unterhalb der Schallgeschwindigkeit mit anschließendem starken Hochziehen der Maschine wurde mit herrlichen Ablösungen und Kondensationseffekten in der Gebirgsluft belohnt. Die anwesenden Aviatik-Fotografen waren angesichts dieser beeindruckenden Phänomene sichtlich begeistert. In einem sehr langsamen Vorbeiflug, der einem Ritt auf dem Abgasstrahl glich, zeigte die F-18 abschließend den Zuschauern ihre sonst unsichtbaren Anbauteile wie Fahrwerk, Fanghaken und Luftbetankungssonde.
Zum Finale der Axalp-Fliegerdemonstration tritt üblicherweise das Aushängeschild der schweizer Luftwaffe, die Patrouille Suisse, auf die Showbühne. Auch in diesem Jahr begann gegen 15:14 der Höhepunkt der Veranstaltung mit dem beeindruckenden Anflug der Formation bestehend aus 6 Maschinen des Typs F-5 Tiger in der rot/weißen PS-Sonderbemalung. Die Patrouille Suisse begeisterte die Fans mit perfekt geflogenen Figuren und Manövern vor den sich abwechselnden Panoramen: je nach Höhe der Darbietung über Grund, finden sich auf den Fotos der Zuschauer karge Felswände oder blauer Himmel als attraktive Hintergrundkulissen. Der Ausstoß von Flares war der Schlusspunkt der Demonstration der Patrouille Suisse und damit auch das Ende der Fliegerdemonstration 2007.
Axalp Fliegerschießen Galerie 5
Für die beeindruckten Ehrengäste wurde es nun Zeit, sich auf den Rückflug nach Meiringen vorzubereiten, denn pünktlich nach dem Abdrehen der Patrouille Suisse tauchten bereits die 6 Hubschrauber vom Typ Super Puma auf, um die ersten Passagiere auf dem Grat aufzunehmen. Wie schon am Mittag konnte der interessierte Zuschauer nun wieder eine Transportaktion erster Klasse beobachten. In einen kurzen Takt landeten die Helikopter auf dem Landeplatz um innerhalb kürzester Zeit die 20 Passagiere aufzunehmen und sofort in Richtung Tal abzufliegen, während der folgende Hubschrauber schon in Lauerstellung schwebte.
Während die tausenden Zuschauer auf den Hügeln nach einem wunderbaren Tag in den Bergen den anstrengenden Fußmarsch zurück nach Axalp-Dorf antraten und dabei Staus an den Abstiegspfaden verursachten, konnten sich die Ehrengäste an einem kurzen aber schönen Flug ins Tal mit toller Aussicht auf die Umgebung erfreuen. Ordnungspersonal, bestehend aus Soldaten der schweizer Armee, sicherte die Engstellen an den Pfaden und sorgte durch eine Entzerrung der Menschenmengen für einen sicheren Abstieg der Zuschauer an den kritischen Stellen. An der Luftwaffenbasis in Meiringen stiegen indes die Passagiere aus den Helikoptern und begaben sich nach einem erlebnisreichen Tag wieder zu ihren PKW, um die Heimreise anzutreten.
Mein Dank gilt den Organisatoren der Fliegerdemonstration für die perfekte und sichere Durchführung der Veranstaltung, und die damit verbundene Logistik, Planung und Vorbereitung.
Insbesondere danke ich den verantwortlichen Personen der Luftwaffe für die Einladung zum Flug auf die Axalp und die interessanten Einblicke in die Organisation der schweizer Luftwaffe sowie den Besuch auf der Luftwaffenbasis.
Ich wünsche der schweizer Luftwaffe auch für die Zukunft eine sichere Durchführung der Flieger-demonstration, die Mittel und Möglichkeiten dazu, eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sowie viele unterstützende Gäste, die an dem einmaligen Ereignis teilhaben.
© für Text und Bilder liegen bei Airspotter-Magazin.de/ Airspotter.de und Jens Wiemann
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