Electronic Warfare Live Training Exercise oder auch ELITE 2008
Teil 2:
Dabei zeigt sich, wie eben erwähnt, dass nicht nur das Militär Interesse an dieser Übung hatte. Zusätzlich zu den zivilen Mitarbeitern der verschiedenen Verteidigungsunternehmen, waren auch zwei Naturwissenschaftler der FGAN (Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften) bereits zum dritten Mal zur ELITE gekommen. Beauftragt durch die WTD 52 (Wehrtechnische Dienststelle 52), untersuchten Dr. Alexander Schwarz und Caroline Schweizer unter Realbedingungen die Tarnung der teilnehmenden Flugzeuge. Mit einer speziellen Kamera wurden Lasermessungen im Infrarotbereich durchgeführt, um aus den sich ergebenden Daten die Weiterentwicklungen für Tarnsysteme der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie voranzutreiben.
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Und so hieß es bei den Teilnehmern: Tarnen, Täuschen oder Gegenmaßnahmen einleiten. Während die Einen aus großer Höhe die gegnerischen Stellungen aufzuklären versuchten, und den Weg für folgende Verbände zu ebnen, nutzten die Anderen die bodennahe Deckung. Dass dieses nicht immer so einfach umzusetzen war, zeigte ein Beispiel einer Landeübung zweier CH-53GS der Heeresflieger. Diese mussten während der nur 2-minütigen Aktion, über 30 fiktive Abschüsse verzeichnen. Aber das Ziel der Übung hieß ja, aus den Fehlern zu lernen und aus einer Mission, die mehrmals geflogen wurde, das Optimale heraus zu holen. Und so haben beide Maschinen am folgenden Tag, ihren Einsatz ohne jegliche Treffer absolviert.
Die Auswertungen der Missionen wurde durch das JAT (Joint Analysis Team) durchgeführt. Durch die Onlineüberwachung und Zusammenführung der einsatzwichtigen Daten, konnten nach zwei Stunden die Debriefings, aller an einer Mission beteiligten Einsatzkräfte, in Videokonferenzen stattfinden. Die für die Abschlussbesprechungen benötigten Daten wurden aus den Videoüberwachungen der bodengestützten Flugabwehrsystemen, den Flugprofilrekorder (FPR) der Luftfahrzeuge und Verbindungsoffizieren vor Ort zusammengeführt. Diese mit speziell entwickelten PDAs, den sogenannten TAG (Trusted Agent Device), ausgerüsteten Fachleute, übermittelten ihre Daten mit den modernsten Datenlinks zu den JATs.
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Damit diese und viele andere Dinge überhaupt umgesetzt werden konnten, sorgten 400 Soldaten für einen administrativen und logistisch reibungslosen Ablauf. Weitere 1.300 Soldaten unterstützten die Akteure in den verschiedensten Aufgabenbereichen rund um den Truppenübungsplatz, während weitere 1.500 Soldaten sich auf den diversen Fliegerhorsten um die Luftfahrzeuge und ihre Besatzungen kümmerten.
Da der Planungsaufwand und die Vorbereitungen immer gigantischer wurden, die Einreisemodalitäten der ausländischen Teilnehmer und Entladungen der Transportwaggons der Bahn, mehr und mehr Fachpersonal in Anspruch nahm, entschied man sich dazu, die ELITE ab 2008 nur noch alle 2 Jahre durchzuführen. Dieser Entschluss garantiert auch zukünftig, eine qualitativ hochwertige Übung abwickeln zu können.
Als aktive Mitglieder nahmen an der Übung teil: Deutschland, Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Italien, Lettland, NATO, Niederlande, Norwegen, Polen, Slowenien, Schweden, Türkei und die vereinigten Staaten von Amerika.
Als Beobachter kamen zum Heuberg: Schweiz, Estland, Litauen und Rumänien.
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