Christoph 14 Traunstein, maritime Einsätze in Alpennähe
Teil 2:
Das Jahr 1996 wurde das Jahr der erfreulichen Ereignisse. So wurde am 17. Juni die leistungsverstärkte BO 105 CBS-Super Five in den Dienst gestellt. Am 12. September 1996, wurde das 20 jährige Bestehen von „Christoph 14“ gefeiert, und acht Monate später, am 31. Mai 1997, erfolgte der 20.000. Einsatz.
Um verunglückten Personen im Gebirge besser helfen zu können, wurde im Juli 1997 das bis heute eingesetzte Fixtau- Verfahren eingeführt. Mit einem speziellen Seilsystem können auch im schwierigen Gelände, Patienten notärztlich versorgt und ausgeflogen werden. Dieses in der bayrischen Gebirgsluftrettung eingesetzte Verfahren, muss von den Crews zweimal pro Jahr geübt werden.
Am 11. November 2000 geschah im österreichischen Kaprun ein Brand in der Tunnelseilbahn des Kitzsteinhorn, mit 155 Toten. Um 09:31 Uhr wurde „Christoph 14“ zu Hilfe gerufen. Auf dem Rückflug von einem Einsatz am Trostberg wurde in Traunstein nachgetankt. „Christoph 14“ erreichte sein Ziel eine ¾ Stunde später auf dem Vorplatz des Alpincenters. Hier konnte die Besatzung von „Christoph 14“ und die später mit einem Polizeihubschrauber nachgeflogenen 3 Rettungsärzte des Klinikums Traunstein, leider nur noch den Tod der Verunglückten feststellen. Die Rettungscrew unterstützte aber dennoch die örtlichen Rettungskräfte mit Versorgungsflügen vom Landeplatz im Tal Kaprun und dem Alpincenter. Nach Abschluss der Arbeiten verlegte die Rettungscrew wieder zurück nach Traunstein, wo sie um 15:18 Uhr eintraf.
Mit einer großen Feier und zahlreichen eingeladenen Ehrengästen und Verantwortlichen der Rettungsstation, wurde am 12. September 2001 das 25 jährige Bestehen des „Christoph 14“ gefeiert. Während dieser Zeit wurden über 25.000 Einsätze mit weit mehr als 12.500 Flugstunden absolviert.
Christoph 14 Galerie 3
Der 02. Januar 2006 war ein Datum, welches man auch hier bei uns im Norden mit dem Namen „Bad Reichenhall“ in Verbindung bringt. Es war der Monat, in dem in den Alpenregionen übermäßig viel Schnee fiel und zu einer überdurchschnittlichen Anzahl von Einsätzen führte. Nach einem Lawinenabgang mit 3 Verschütteten wurde „Christoph 14“ nach Bad Reichenhall zu Hilfe gerufen, konnte aber aufgrund des extrem schlechten Wetters vor Ort nicht zum Einsatz kommen. Die dortigen Einsatzmannschaften erreichten die Verunglückten am Schrecksattel über eine Seilbahn der Bundeswehr, konnten aber für die Verschütteten nichts mehr tun. Während die Rettungscrew noch am Einsatzort verweilte, erreichte sie die nächste Einsatzmeldung: Das Dach der Eislaufhalle Bad Reichenhall hielt den auf ihm liegenden Schneemassen nicht mehr stand und stürzte ein. Trotz einsetzender Dunkelheit und dichten Schneefalls eilte die Besatzung von „Christoph 14“ den Verschütteten zu Hilfe. Ein kleines Mädchen, welches aus den Trümmern geborgen wurde, flog man in das naheliegende Krankenhaus in Salzburg. Tragischerweise erlag die Verletzte dort aber Ihren schweren Verletzungen. Über Nacht wartete man auf dem Kasernengelände in Bad Reichenhall auf weitere Einsatzflüge, verlegte dann aber am nächsten Tag wieder zurück nach Traunstein. 15 Tote und 34 Verletzte waren die traurige Bilanz dieses tragischen Unglücks.
Während man noch am 07. Oktober 2006 mit einem Tag der offenen Tür im Hangar des Klinikums Traunstein, das 30-jährige Jubiläum feierte, wurde wenig später, am 31. Januar 2007 in Donauwörth bei Eurocopter und später, am 30. März 2007 in Traunstein, das neue Hubschraubermuster EC-135 T2i übergeben und in Dienst gestellt. Die Zeiten der BO 105 CBS-Super Five und Bell 212 waren damit in Traunstein vorbei und man konnte jetzt auf eine große Palette von Produktverbesserungen zurückgreifen: höhere Zuladung, erhöhte Startleistung, verbesserte Leistung für Höhen- und Hochtemperaturflüge, Anti-Kollisions-Warnsystem, Terrain-Mapping/Navigationssystem EuroNavIV, modernste kombinierte Navigations-/Flugfunksysteme und damit eine Gewichtsoptimierung, Satellitenfunknetztelefon für Sprache/Daten, HS-Datenaufzeichnungssystem,
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Sanitätsschnellwechselausstattung, geringes Gewicht und schnelle Ausbaubarkeit für Hubschrauber-Profiländerung bei anderen Missionsaufgaben.
Zum Abschluss möchte ich noch ein paar persönliche Dankesworte an die Crew richten:
An einem warmen 19. September 2008 zur Feierabendzeit, passierte an einem Stauwerk des Fluuses Inn in Höhe Jettenbach ein schweres Unglück. Ein mehrere Tonnen schweres Gewicht riss bei Wartungsarbeiten aus seiner Halterung und begrub einen Mann unter sich. Nachdem mehrere Stunden für die Bergung vergangen waren, wurde der Schwerstverletzte mit verschwindend geringen Überlebenschancen in das Klinikum Traunstein geflogen. Während der Operation, die eine ganze Nacht andauerte, musste dem Verletzten ein Bein amputiert werden, um sein Leben zu retten.
Allein die Tatsache, dass die Mannschaft des „Christoph 14“ rechtzeitig an Ort und Stelle war, ermöglicht es mir heute noch, zu meinem Vater zu sprechen. Dafür danke ich recht herzlich der Rettungscrew dieses Tages auf „Christoph 14“: Tom Klahre (Pilot), Robert Portenkirchner (HCM) und Markus Barth (Notarzt).
* Hersteller der Kupplung: Tost GmbH Flugzeuggerätebau München
** Helicopter Emergency Medical Services
© für Text und Bilder* liegen bei Christine Matthies und Airspotter-Magazin.de/ Airspotter.de
Quellen: Rettungsstation „Christoph 14“ und www.christoph14.de














